Am Sonntag, den 05.07.2020 veröffentlichte Chefredakteur der Dresdner Neuste Nachrichten (DNN) Dirk Birgel ein Kommentar auf der Internetseite der DNN. Dabei äußert er sich unter anderem zu Marwa El-Sherbini. Dieser Kommentar gegen anti-rassistischen Aktivismus und rassismussensible Sprache darf nicht unerwidert bleiben. Aus diesem Grund habe ich ein Gegenkommentar verfasst und fordere eine öffentliche Entschuldigung.

Es waren vor allem People of Color, die am vergangenen Samstag Marwa El-Sherbini gedachten; der Frau, die vor elf Jahren von einem Rassisten brutal in einem Saal des Dresdner Landgericht  vor den Augen von Polizei und Justiz ermordet wurde. Für viele Menschen sind Gedenktage wie diese aufwühlend. Rassismus erlebe auch ich immer wieder an der eigenen Haut, und die Vorstellung, dass wir nicht einmal in einem Gerichtsgebäude vor Angriffen geschützt werden können, macht mich wütend und fassungslos.

Ein solches Gefühl ist Dirk Birgel, dem Chefredakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten, unbekannt. Nur deshalb kann er als Reaktion auf unsere Gedenkveranstaltung zu einem rassistischen Mord einen rassistischen Kommentar schreiben.

Wie kurzsichtig muss er sein, um in einem peinlichen Beitrag seine schemenhaften Vorstellungen von Rassismus zu pushen? Wie tief muss er gesunken sein, um mit dem N-Wort und dem Z-Wort Clickbaiting betreiben zu wollen? Wie schlecht muss es um die DNN bestellt sein, um ganz weit am rechten Rand nach neuen Leser:innen (die DNN hat wohl nur Leser) zu suchen.

Dass er das Gedenken an die rassistische Ermordung von Marwa El-Sherbini zum Anlass für einen rassistischen Kommentar nimmt, zeigt, dass ihn ihr Tod völlig kalt lässt. Auch das Thema Rassismus scheint ihm komplett egal zu sein. Ich fordere Herr Birgel dazu auf, sich für seinen Kommentar öffentlich zu entschuldigen.

Kassem Taher Saleh – Politisch und gesellschaftlich aktiv in Dresden