PRESSEINFORMATION GRÜNE JUGEND DRESDEN, AG Neon – BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dresden

Anlässlich des 82. Jahrestages der Reichspogromnacht führen die AG
Neonazismus und Neue Rechte von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dresden sowie die
GRÜNE JUGEND DRESDEN am 9. November zwei Mahnwachen in Dresden durch:

12.00 Uhr, Villa Salzburg, Tiergartenstraße 8 – Mahnwache am Stolperstein
von Felicia Glückmann (1858 – 1941)

17:00 Uhr, Synagoge Dresden, Am Hasenberg 1 – Mahnwache gegen
Antisemitismus und Rassismus – in Gedenken an die Novemberpogrome 1938

Dazu erklärt Julia Günther, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft
Neonazismus und Neue Rechte, des Kreisverbandes Dresden:

„Es liegt in unser aller Verantwortung am 9. November zu erinnern, zu
mahnen und stets so zu handeln, dass sich Geschichte nicht wiederholt.
Die Absage des offiziellen städtischen Gedenkens anlässlich der
Reichspogromnacht ist ein Armutszeugnis für die Stadt Dresden. Es wäre
möglich gewesen, das Gedenken pandemiekonform auszugestalten.“

„Vor dem Hintergrund, dass am Abend des 9. November mit bis zu 1000
Rechtsextremen in Dresden zu rechnen ist, ist diese Absage – auch wenn
sie pandemiebedingt erfolgt ist – ein fatales Signal. Sie reiht sich
unschön in das seit Jahren unglückliche Agieren der Stadtverwaltung
Dresden ein, die an einem solchen Tag Neonazis den roten Teppich in
Dresden ausrollt.“

Tom Fabian Knebel, GRÜNE Jugend Dresden, ergänzt:

„Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass am Abend der Reichspogromnacht ein
rechtsexremer Aufmarsch in Dresden stattfinden soll. Daher haben wir uns
dafür entschieden, die Synagoge mit einer symbolischen Mahnwache zu
schützen. Wir erwarten von den Sicherheitsbehörden, dass sie unsere
Kundgebung ausreichend absichern.“

„Wir sehen die Stadtgesellschaft in der Verantwortung, an die
schrecklichen Verbrechen des NS-Regimes zu erinnern – auch in Zeiten
einer weltweiten Pandemie. Deshalb werden wir strenge Hygienevorschriften
einhalten, Abstände wahren und Mund-Nasen-Schutzmasken tragen. Alle
Dresdnerinnen sind aufgerufen, sich dem Gedenken anzuschließen – am Besten an Stolpersteinen in Ihrer Nähe. Wir dürfen unsere Stadt nicht den Rassistinnen von Pegida und Co. überlassen!“

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im
Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln,
sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert
werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet,
deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. (Quelle:
Wikipedia) Der nächstgelegene Gedenkort lässt sich hier finden:
http://stolpersteine-dresden.de/uebersichtskarte/